Das gläserne Backhaus

Das gläserne Backhaus

08.11.2012 05:31

Ende Dezember sollen an der Kapellenstraße die ersten Brote aus dem Ofen kommen

Peter Kern liest den Richtspruch in der neuen "Backstube", besser Backhalle, der Bäckerei Heislitz in Kriftel. (Foto: Knapp)
Peter Kern liest den Richtspruch in der neuen "Backstube", besser Backhalle, der Bäckerei Heislitz in Kriftel. (Foto: Knapp)

Matthias Heislitz begrüßte gestern die Gäste zum Richtfest seines Backhauses. Brot und Brötchen werden allerdings zunächst nur im Container verkauft. Die feierliche Eröffnung des Cafés ist Ende April geplant.

Es wurde noch gebohrt und gehämmert, als der Marxheimer Bäckermeister gestern Nachmittag die ersten Gäste zum Richtfest auf seiner Baustelle begrüßte: "Willkommen in unserem Rohbau", sagte Matthias Heislitz stolz, der gestand, dass er sich selbst kaum vorstellen kann, dass in einigen Wochen der Duft von frischem Brot die große Produktionshalle durchfluten wird. An einigen Stellen halten noch Stützen die Decke und teilweise stehen noch Pfützen auf dem kalten Beton. Geliefert sind schon die vier mächtigen Öfen. Heislitz nennt sie "das Herz unseres Hauses." In jedem können 750 Brötchen gleichzeitig gebacken werden. Genauso groß und raumfüllend sind die Kühlschränke. Dimensionen, die erahnen lassen, mit welchen Kapazitäten hier später Backwaren produziert werden.

Rekord-Tempo
Mit dem Bau seines gläsernen Backhauses hat Matthias Heislitz ein rekordverdächtiges Tempo vorgelegt. Ende Juni war der erste Spatenstich, gestern wurde der Richtkranz gesetzt und Ende Dezember sollen schon die ersten Brote in der hochmodernen Backstube gebacken werden.

Inzwischen, so gibt der Vater von zwei Töchtern zu, sei er mehr auf dem Bau als in der Backstube. Täglich überzeugt er sich persönlich über den Baufortschritt. Immer hat er ein Blech frischen Kuchen dabei, "als Motivation für die Handwerker". Was ist schließlich leichter für einen Bäcker, als die Arbeiter mit süßen Leckereien bei Laune zu halten? Derzeit muss Heislitz jedoch eine Menge Gebäck ankarren. Inzwischen arbeiten mehrere Firmen parallel am Innenausbau, rund 50 Arbeiter wieseln in den verschiedenen Ecken herum. "Die machen alle einen klasse Job", sparte der Bäckermeister nicht mit Lob und nutzte das Richtfest für ein herzliches "Dankeschön" an alle am Bau beteiligten. "Weil das Haus ja kein Dach hat", musste Bauleiter Peter Kern in Vertretung eines Zimmermanns den Richtspruch halten. Unter dem Richtkranz hatten sich neben Handwerkern auch Verkäuferinnen und Gäste versammelt, die der Bauherr persönlich gerne durch seinen Rohbau führte.

Drei Millionen Euro
Selbst wenn es jetzt zum Endspurt hin noch einmal richtig "spannend" und auch stressig werden wird, bereut hat Matthias Heislitz seine Entscheidung für den Bau seines Backhauses keinen Tag. Je mehr das Haus wächst, umso so mehr verfestige sich der Gedanke, "es ist richtig, was wir machen", sagt Heislitz, auch wenn er weiß, dass er verdammt viel Brot, Brötchen und Stückchen backen muss, um die Investitionskosten von rund drei Millionen Euro aufbringen zu können. Doch es sei nun mal der einzige Weg, das Familienunternehmen, zu dem acht Filialen gehören, im Wettbewerb mit den Discountern für die Zukunft aufzustellen.

Im Dezember wird zunächst die gesamte Produktion vom Stammsitz in Marxheim nach Kriftel an die Kapellenstraße umziehen. Auch wenn die Öfen schon Ende des Jahres glühen werden. Brot und Backwaren gibt es zunächst nur im Container vor dem Haus zu kaufen. Die offizielle Eröffnung ist für Ende April geplant. In der Backstube soll sich erst einmal alles einspielen, bevor der Verkauf in dem angeschlossenen Café und auch am Autoschalter richtig losgeht. Für sein Backhaus stellt Heislitz auch noch zusätzliches Personal ein. Zehn bis zwölf Kräfte werden für den Verkauf und als Servicekräfte gesucht. Infrage kommen Bewerberinnen, für die "Lachen kein Fremdwort ist", heißt es in der Stellenausschreibung.

Dieser Artikel erschien am 08.11.2012 im Höchster Kreisblatt
Autor: Ulrike Kleinekoenen

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